Das rote Knäuel

Original-Werk "Das rote Knäuel" Künstlerin Karin Busch, Acryl auf Leinwand, Schwamm-Technik
Das rote Knäuel

Das rote Knäuel – Künstlerin Karin Busch

Ein Acrylfarben-Bild auf Leinwand, gestaltet mit einer Schwamm-Technik.

 

Meine Bilder erzählen Geschichten, aber diese Geschichten sind nicht festgelegt. Jeder und Jede darf sich eine eigene Geschichte dazu erfinden. Das beste Beispiel ist mein Mann, der wie ich Science Fiction-Fan ist (und mein größter Fan und Kritiker). Hier ist seine Bildbeschreibung von „Das rote Knäuel“ :

 

Ca'azahn ist ein alter Planet, fast drei Mal so alt wie die Erde, ungefähr 12 Milliarden Jahre. Er umkreist seine Sonne, Ca, in der richtigen Entfernung um Leben hervorzubringen. Ca ist kleiner als und nicht so hell wie der Stern, den die Erde umkreist, obgleich man es ihr nicht ansieht, wenn man sie mit menschlichen Sinnen erblickt. Die geringere Größe bewirkt, dass die Kernfusion langsamer Wasserstoff und Helium "verbrennt". Diese Sonne hat eine weit höhere Lebenserwartung als Sol, und doch hat sie nun schon den überwiegenden Teil ihrer Existenz gesehen.

 

Ca'azahns Oberfläche hat keine nennenswerte Erhebung mehr. Die einstigen Gebirge sind erodiert, abgetragen von den Staubteilchen, die die häufigen und extremen Winde um den Planeten tragen. Tektonische Aktivitäten sind weitgehend zum Erliegen gekommen. Durch Abkühlung wurden die heißen, flüssigen Bereiche des Inneren immer weiter zum Zentrum des Planeten zurückgedrängt.

 

Die Meere, die den Planeten vor Äonen bedeckten, sind weitgehend verdampft und über die Atmosphäre in den Weltraum abgegeben worden. Oberflächengewässer sind sehr selten geworden. Die restlichen Wasservorräte halten sich in Kavernen in der Tiefe und sind durch unterirdische Flüsse zum Teil verbunden.

 

Das meiste Leben ist dem Wasser in die Dunkelheit gefolgt. Auf der Oberfläche finden sich, neben erstaunlich widerstandfähigen moosähnlichen Pflanzen und großflächigen Flechten, blaue, halbkugelförmige Gebilde, die aus eine Art Hybrid von Pflanze und Pilz bestehen, dem Taraam. Ihre Wurzeln reichen Tief in Ca'azahns Inneres und fördert über kilometerlange Kapillaren Wasser in die Zellen, aus denen die Oberflächenkuppel besteht. Dort findet eine Nährstoffverarbeitung nach dem Prinzip der Fotosynthese statt, wobei die blaue Farbe dem etwas anderen und weniger intensiven Licht Cas geschuldet ist.

 

Das wenige tierische Leben wird dominiert von den Tsaan, kleinen insektenartigen Wesen von blass oranger Farbe, die während des Mittags, weite Teppiche auf Ca'azahns Oberfläche bilden.

 

Selbst am Äquator Ca'azahns dauern die Tage und Nächte jeweils fast zwei irdische Wochen. Die daraus folgenden Temperaturunterschiede führen zu extremen Stürmen in den Breiten, wo sich Tag und Nach begegnen. Die Tsaan nutzen diese Stürme, indem sie sich zur Abenddämmerung verknäulen und mit dem Wind größer werdende Kugeln bilden, die mit zunehmender Größe in kräftigem Rot scheinen. Während der Nacht wechseln die Tsaan die Position innerhalb der Kugel von Außen nach Innen und von Innen nach Außen. Weil ihr Stoffwechsel zu dieser Zeit auf Hochtouren läuft, produzieren sie genug Wärme, um fast allen Tsaan der Kugel das Überleben während der Nacht zu ermöglichen.

 

Beginnen die Stürme der Morgendämmerung, nehmen die Tsaan-Kugeln wieder Fahrt auf. Sobald die Stürme in ihrer Intensität  nachlassen, lösen sich die  Tsaan von der Kugeloberfläche, verkrallen sich auf Ca'azahns Oberfläche und beginnen mit der Nahrungssuche. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus toten Tsaan, den Moosen und Flechten. Weil die beiden Letzteren besonders in der Nähe der wasserreichen Taraam gedeihen, sammeln sich dort auch im Laufe des Tages die Tsaan und geben der Umgebung der Taraam die orangerote Färbung, bis sich die Tsaan in den Abendstürmen wieder zu Kugeln zusammen finden.

 

Zu welcher Geschichte inspiriert euch das Bild?

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0